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Lungenfibrose

Bei der Lungenfibrose, die häufig auch als Narbenlunge bezeichnet wird, bildet sich das Lungengerüst um. Entzündungen der feinen Lungenbläschen, der sogenannten Lungenalveolen, können dazu führen, dass es zu bindegwebigen Einlagerungen im Lungengewebe kommt. Im fortgeschrittenen Zustand tritt durch die Verminderung der Alveolen eine Sauerstoffarmut im Körper auf.

Folgende Ursachen können zu einer Lungenfibrose führen:

  • allergische Alveolitis: Sie entsteht zum Beispiel durch wiederholtes, häufiges Einatmen organischer Stoffe (Vogelhalterlunge, Farmerlunge)
  • Staublunge: Sie entsteht durch das wiederholte Einatmen anorganischer Stoffe, beispielsweise durch Silikose oder Asbestose
  • Medikamente
  • Strahlen
  • Lungenbeteiligung bei Bindegewebserkrankungen (z. B. Rheuma)

Findet man keine Ursache für die Lungenfibrose, spricht man von einer idiopathischen Lungenfibrose.

Zu Beginn der Erkrankung tritt zumeist ein trockener Reizhusten auf. Zudem fällt die Atmung unter Belastung schwer. Später tritt die Atemnot auch unter Ruhebedingungen auf. Als weitere Symptome sind Abgeschlagenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen, leichtes Fieber und eine Gewichtsabnahme zu nennen. Wie bei der Lungenerkrankung Bronchiektasen kann es bei manchen Patienten zu Verdickungen der Fingerenden (Trommelschlegelfinger) und zu einer verstärkten Wölbung und Rundung der Fingernägel (Uhrglasnägel) kommen.

Bei der Diagnosestellung gibt die Anamnese (Inhalationsrauchen, Beruf, Tierhaltung, Freizeitgestaltung und/oder Medikamente) bereits wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer Lungenfibrose. Weitere Untersuchungen zur Diagnosesicherung sind:

  • Lungenfunktionsmessung: Gemessen werden die Vitalkapazität (Gesamtluftgehalt der Lunge) und die Diffusionskapazität (Fähigkeit der Lunge, Kohlenmonoxid auszutauschen).
  • Blutgasanalyse: Gemessen werden der Sauerstoff- und Kohlesäuredruck des Blutes unter Ruhe- und Belastungsbedingungen. Hiermit kann die Krankheitsprognose eingeschätzt werden. Außerdem gibt die Blutgasanalyse Auskunft über eine gegebenenfalls notwendige Sauerstofflangzeittherapie.
  • Röntgenaufnahmen und Computertomographie: Mit diesen bildgebenden Verfahren lassen sich Verdichtungen und Vernarbungen im Lungenwebe genauer darstellen. Oftmals findet sich bei dieser Untersuchung auch die Ursache für das Entstehen der Lungenfibrose.
  • Bronchoskopie: Es werden Entzündungszellen aus einem Lungenlappen entnommen. Bei der histologischen Untersuchung des entnommenen Zellmaterials gibt die Zellzusammensetzung Auskunft darüber, wie stark die Lunge betroffen ist und wodurch die Fibrose eventuell ausgelöst wurde.

Bei der Behandlung der Lungenfibrose steht das Vermeiden von Auslösern im Vordergrund. Je nach Krankheitsaktivität und um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern werden entzündungshemmende Medikamente (zum Beispiel Kortison) gegeben. Hat die Kortisontherapie nicht den gewünschten Erfolg, werden in der Regel Immunsuppressiva angewandt. Ebenso kann eine Sauerstoff-Langzeittherapie angezeigt sein, um die bestehende Sauerstoffarmut auszugleichen. Ein regelmäßiger Besuch beim Lungenfacharzt ist zu empfehlen.

Menschen mit Lungenfibrose können aber auch selbst zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um Luftnot und Atembeschwerden zu verringern. Dazu gehört in erster Linie regelmäßiges körperliches Training zur Stärkung der Muskulatur und Belastbarkeit. Körperliche Schonung kann dagegen die Erkrankung verschlimmern.

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